Der Weg zum Green-Meeting

Im ersten Moment können einen als angehendem Lizenznehmer für „Green Meetings“ die Richtlinien und Anforderungen beinahe erschlagen. Mehrere Seiten an Definitionen, „Verfahrensrichtlinien“ und Kriterien für Unternehmen und Events machen es einem schwer, an die Umwelt und nicht an einen Bürokratie-Jungel zu denken – aber: keine Sorge, der erste Blick trügt, denn jeder kann ein „Green Meeting“ veranstalten und es muss auch nicht alles perfekt sein, um das österreichische Umweltzeichen zu bekommen.

Das Wichtigste ist, zu wissen, worauf es ankommt und genau darum handelt es sich in diesem Beitrag. In den wenigsten Fällen haben Unternehmen von vornherein die nötigen Voraussetzungen, um sich für das österreichische Umweltzeichen zu bewerben. Daher ist es oft ratsam, sich einen entsprechenden Partner zu suchen, der die nötigen Kriterien bereits erfüllt und die Antragsstellung gegenüber dem VKI übernehmen kann, bevor man beginnt, das eigene Unternehmen entsprechend der Richtlinien neu zu organisieren. In vielen Fällen bieten sich hier neben professionellen Eventagenturen und Veranstaltern auch die Betreiber des jeweiligen Veranstaltungsorts an. Viele Kongress- und Messezentren haben bereits Erfahrungen im Bezug auf die Durchführung von ökologisch nachhaltigen Veranstaltungen. Wichtig ist hierbei vor allem zu beachten, dass der Lizenznehmer die Verantwortung für die korrekte Durchführung des Events entsprechend den Richtlinien übernimmt.

 

Ist der richtige Partner gefunden bzw. sind die Kriterien für ein Unternehmen nach den nötigen Standards erfüllt, kann ein entsprechender Antrag eingereicht werden. Bei der Lizenzierung selbst kommt ein Punktesystem zum Einsatz, das sich in insgesamt sieben Teilbereiche aufgliedert. Für eine bessere Orientierung während der Planungsphase gibt es eine eigene Software, mit deren Hilfe überprüft werden kann, wie der aktuelle Punktestand der eigenen Veranstaltung aussieht und wo es noch Verbesserungspotential gibt. Zu den Teilbereichen, die für eine Zertifizierung nötig sind, gehören neben der generellen Erreichbarkeit des Events mit öffentlichen Verkehrsmitteln auch Aspekte des Caterings und der kommunikatorischen Ausrichtung. Wichtig ist hier zu bedenken, dass nicht die volle Punktezahl erreicht werden muss, um eine Veranstaltung mit dem österreichischen Umweltzeichen zu „prämieren“, sondern je nach Veranstaltungs-Typ und -Umfang nur ein Teil der insgesamt 109 Punkte erreicht werden muss. Wer also kein Catering und keine Übernachtung in seiner Eventplanung hat, muss auch nicht so viele Faktoren berücksichtigen wie jemand, der beides anbieten möchte.

 

Dennoch gibt es in jeder Kategorie Fixpunkte, wie die Erreichbarkeit der Veranstaltung ohne PKW oder ein entsprechendes Konzept für die Abfallbeseitigung am Veranstaltungsort, die in jedem Fall erfüllt werden müssen. Auch die vom Catering verwendeten Materialien (beispielsweise Pappteller oder Keramik-Geschirr) spielen dabei eine Rolle.

 Schlussendlich sollte jeder Schritt, begonnen bei der Ausschreibung für Lieferanten und eventuelle Partner, bis hin zum Catering und der Unterbringung der Teilnehmer beim Event selbst in Hinblick auf ökologische Nachhaltigkeit durchgeführt werden. Dann klappt’s auch mit der Zertifizierung.



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